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Tipps zu Bildrechten – Bilder hochgeladen, Rechte weg? Unser Bildrechte-Guide zeigt, was wirklich passiert!

21. April 2017 — by Janina Benz0

AllgemeinFOTOTIPPS

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Täglich werden Millionen von Bildern via Facebook, Instagram und Snapchat hochgeladen und mit Freunden geteilt. Doch damit ihr die Dienste nutzen könnt, müsst ihr bei eurer Anmeldung ein Häkchen bei den Bildrechten setzen und die Nutzungsbedingungen akzeptieren. Aber mal ehrlich? Durchlesen tut die doch keiner. Jedoch verbirgt sich hinter diesem einen Häkchen jede Menge. Denn die Dienste haben nun auch Rechte an euren hochgeladenen Bildern. Mit unserem Bildrechte-Guide bekommt ihr den Durchblick!

Rechte am Bild freiwillig abgeben

Zunächst erhalten Social Media Plattformen mit gutem Grund Rechte an euren hochgeladenen Bildern. Denn laut Urheberrecht darf nur der Fotograf das Bild veröffentlichen und vervielfältigen. Dieses Recht kann der Fotograf jedoch auch anderen einräumen. Mit dem gesetzten Häkchen verleiht ihr Facebook und Co. also die Lizenz, eure Bilder ebenfalls zu veröffentlichen und zu teilen. Ansonsten würden die Plattformen bei jedem Bildupload eurerseits gegen das Urheberrecht verstoßen.

Der Facebook Riese

Damit andere User eure Bilder auf Facebook sehen können, werden davon weltweit Kopien auf Facebook Servern angelegt. So sind die Fotos überall mit der gleichen Geschwindigkeit abrufbar. Außerdem darf Facebook auch Unterlizenzen erteilen, theoretisch also die Rechte an völlig andere Firmen weitergeben. Damit würde sich der Konzern jedoch selbst ein Bein stellen, denn das Geschäftsmodell von Facebook basiert auf Vertrauen. Daher werden eure Bilder auch nur auf der Plattform geteilt. Sollte euer Bild auf Facebook öffentlich zugänglich sein, darf ein anderer Nutzer eine Privatkopie erstellen, diese jedoch ausschließlich privat nutzen und nicht weiterverbreiten.

Eure eigenen Rechte an den Bildern verliert ihr aber nicht. Da ausdrücklich von einer „nicht-exklusiven Lizenz“ die Rede ist, könnt ihr eure Bilder weiterhin verwenden.

Durch das Löschen eurer Bilder auf Facebook kündigt ihr diese Lizenzen. Wenn ein User euer Bild jedoch geteilt hat, muss auch der geteilte Beitrag von dem User entfernt werden. Weil das Ganze nicht so einfach ist, solltet ihr lieber zweimal darüber nachdenken, welche Bilder ihr weltweit zugänglich machen wollt. Das Löschen könnt ihr euch vorstellen, wie das Verschieben in den Papierkorb. Entfernte Inhalte bleiben für eine angemessene Zeitspanne, die nicht näher definiert ist, als Sicherheitskopien fortbestehen. Somit sind eure gelöschten Bilder noch auf Facebook Servern vorhanden, jedoch für andere nicht mehr zugänglich.

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Bildrechte-Shitstorm bei Instagram

Als die Bilderplattform Instagram 2012 von Facebook übernommen wurde, gab es heftige Diskussionen um das Recht am eigenen Bild. Nach einer offiziellen Meldung von Kevin Systrom, dem Mitgründer der Plattform, ist jetzt aber klar, dass Instagram eure Bilder nicht verkauft. Ohne eure Zustimmung werden sie auch nicht automatisch auf Facebook gepostet, allerdings liegen eure Bilder vermutlich auf den Servern der Muttergesellschaft.

WhatsApp soll unabhängig sein

WhatsApp gehört seit 2014 ebenfalls zum Großkonzern Facebook. Ein Datenaustausch in Form von Privatnachrichten und Bildern solle jedoch nicht stattfinden. Laut der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung solle weder WhatsApp noch Facebook Zugang zu euren privaten Messages haben.

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Snapchat sorgt für Verwirrung

Die förmlichen Klauseln der Nutzungsbedingungen sind allgemein schwer verständlich und werfen bei den meisten Usern Fragen auf, so auch bei Snapchat. In einer Mitteilung Ende 2015 wurde noch mitgeteilt, dass Snaps automatisch von den Snapchat Servern gelöscht werden, nachdem der Empfänger das Foto gesehen hat. In den aktuellen Nutzungsbedingungen heißt es jedoch, dass ihr Snap Inc. das uneingeschränkte, weltweite Recht einräumt, die von euch erstellten Live Stories inklusive Namen, Bild und Stimme zu nutzen – und das ohne Anspruch auf Vergütung. Für alle Services außer der Live Story, erlaubt ihr Snapchat Inc. eine „weltweite, gebührenfreie, nicht lizenzierbare und übertragbare Lizenz zum Hosten, Speichern, Verwenden, Anzeigen, Reproduzieren, Verändern, Anpassen, Bearbeiten, Veröffentlichen und Verteilen dieser Inhalte“, solange ihr die Services nutzt.

Augen auf!

Die Länge und die Formulierungen der AGBs hindern die meisten User daran, sich mit den Nutzungsbedingungen näher auseinanderzusetzen. Ein Häkchen ist schnell gesetzt und kann unter Umständen fatale Folgen mit sich bringen. Bevor ihr Bilder bei einer Social Media Plattform hochladet, solltet ihr deshalb im Zweifelsfall private oder sehr persönliche Bilder lieber nicht via Social Media teilen, wenn ihr nicht bereit seid Bildrechte abzugeben. Wollt ihr eure Bilder trotzdem teilen, erfahrt ihr hier, wie ihr sie am besten schützt: Bildrechte und Social Media: 5 Tipps, wie ihr eure Fotos im Internet schützen könnt.

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Janina Benz

Janina Benz

Janina Benz ist seit 2014 Digital Marketing Manager des Geschäftsbereichs Imaging Consumer bei Kodak Alaris. In dieser Funktion verantwortet sie die Themen Firmen-Website, Apps, Social Media und Influencer Relations.

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