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Camera Restricta – die Kamera, die nur Fotos macht, wenn sie es will

23. Oktober 2015 — by Janina Benz0

AllgemeinStories

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Wozu nach Barcelona, London oder New York reisen? Auf unseren Smartphones oder FACEBOOK Feeds tummeln sich hunderte identische Motive: Hüpfbilder vor den verschiedenen Skylines und Bilder der Hot Spots unserer Metropolen. Geht es nicht ein bisschen individueller?

 

Genau das dachte sich Philipp Schmitt und entwarf die Camera Restricta. Eine Kamera, die den Auslöser einzieht, wenn du ein Foto machen willst, das schon hunderte Male aufgenommen wurde und dich zwingt eine etwas originellere Perspektive zu wählen. Was bringt einen dazu, eine solche Kamera zu bauen und wer ist der tatsächliche Nutzer einer solchen Kamera. Kann sich eine solche Idee durchsetzen? Wir finden die Idee mehr als ungewöhnlich und wollten unbedingt mehr über das außergewöhnliche Fotoprojekt – und die Person dahinter – erfahren. Im heutigen Interview mit Philipp gehen wir unseren Fragen auf den Grund. Viel Spaß beim Lesen.

Philipp Schmitt, der Erfinder der Camera Restricta

Philipp, erklär uns doch bitte, was genau die Camera Restricta ist, wie die Kamera funktioniert und was das Besondere an ihr ist.

Camera Restricta ist das Konzept für eine neuartige Kamera. Die Kamera bestimmt per GPS ihren Aufenthaltsort und sucht dann online nach Fotos, die im Umkreis von ein paar Metern aufgenommen (und hochgeladen) wurden. Wenn sie ausreichend Fotos findet, wird der Sucher blockiert und der Auslöser in das Gehäuse eingezogen. Man kann dann keine Fotos mehr machen.

Wie kamst du auf die Idee, eine Kamera zu erstellen, die einem vorschreibt, welche Bilder man machen darf und welche nicht?

Ich studiere in Schwäbisch Gmünd bei Stuttgart. Von meiner Wohnung aus habe ich Blick auf einen alten Brunnen. Ich sehe oft (meist ältere) Touristen, die diesen Brunnen fotografieren — von allen Seiten, von ganz nahe und von weiter weg. Als ich mich gefragt habe, wie viele Fotos von diesem Brunnen wohl existieren, habe ich online ziemlich schnell eine Menge Bilder gefunden. Die Frage “Wäre es nicht interessant, wenn man hier das Fotografieren verbieten würde?” war dann eher eine Schnapsidee.

Was hat dich inspiriert zu einer solchen „Restriktion“?

Die Art und Weise, wie meine Kamera funktioniert, ist natürlich etwas drastisch. Man kann die Qualität eines Bildes auch nicht daran messen, wie viele Bilder es von dem Motiv bereits gibt. Das war alles Absicht: Man sollte das ganze Projekt nicht zu wörtlich nehmen. Heutzutage knipsen wir ja viel zu oft ohne Nachzudenken drauf los. Ich wollte dazu anregen, sich Gedanken darüber zu machen, was, warum und wie viel man fotografiert.

In der Presse wurde der Prototyp der Camera Restricta gut aufgenommen. Wie sieht es mit potentiellen Käufern aus, soll es ein kommerzielles Produkt geben?  

Von meiner Seite aus ist und bleibt die Camera Restricta ein Konzept.

Hier auf dem Blog sind wir immer auf der Suche nach den großen einzigartigen und unvergesslichen Fotomomenten im Leben. Was ist dein KODAK MOMENT?

Ich habe letztes Jahr zusammen mit Freunden einen Roadtrip in Schweden gemacht: von Stockholm aus mit dem Auto von Verwandten 1500 km quer durchs Land. Damals hatte ich meine erste Analogkamera dabei, die ich kurz zuvor günstig auf EBAY ersteigert hatte. Wahnsinn war der Moment, als ich zwei Monate später meine Abzüge vom Labor abgeholt habe und zum ersten Mal die Fotos sah. Analogfotos besitzen eine Magie, nach der man im Digitalen lange suchen muss.

Kodak Moments Camera Restricta Philipp Schmitt

Die Fotografie hat sich stark verändert in den vergangenen Jahren, wo siehst du die Zukunft: analog, digital oder irgendwo in der Mitte?

Eine Zukunft mit Analogfilm stelle ich mir zwar romantisch vor, aber ist wohl für die meisten aus verschiedenen Gründen zu unpraktisch. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja nach Film, Emulation und INSTAGRAM eine Digital-Technologie, die nicht nur sterile Einsen und Nullen erfassen kann, sondern die Vorteile von Film und Digital vereint.

Vielen Dank für das nette Interview, wir sind gespannt, was du dir zukünftig einfallen lässt.

Was haltet ihr von einer Kamera, die ihren eigenen Kopf hat? Und wo seht ihr die Zukunft der Fotografie?

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Janina Benz

Janina Benz

Janina Benz ist seit 2014 Digital Marketing Manager des Geschäftsbereichs Imaging Consumer bei Kodak Alaris. In dieser Funktion verantwortet sie die Themen Firmen-Website, Apps, Social Media und Influencer Relations.

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