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EIN HOCH AUF DIE FREUNDE!

8. September 2014 — by Nora Vanessa Wohlert0

Stories

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Ein Wochenende an der Ostsee, der Vino um 18 Uhr oder der spontane Kurzurlaub über Ostern. Die schönsten Momente sind die mit Freunden und Familie.

Und die kommen als Gründer oft viel zu kurz. Warum es so wichtig ist, dass wir für unsere Liebsten Platz im Kalender machen.

DIE ZEIT – MEISTENS IST SIE EINFACH WEG

Die Zeit ist ein Phänomen. Meistens nimmt man sie erst dann richtig wahr, wenn man sie nicht hat. Es gibt Phasen im Leben, da verfliegt sie. Stunden, Tage, Monate – einfach weg. Der Geburtstag vom Opa, der Nachmittag mit dem besten Freund, der Wochenendbesuch bei den Eltern: Momente, die rar werden. Und alles, weil wir wieder einmal eine Nachtschicht im Büro machen oder wir das Abendessen statt im Kreise unserer Freunde mit Geschäftspartnern verbringen. Gehört dazu, natürlich. Aber es gibt Augenblicke, da wird einem bewusst, wie häufig Privates gegen Berufliches getauscht wird. Fast unsichtbar. So ein Augenblick ist jetzt: denn vor genau zwölf Monaten habe ich gemeinsam mit meiner Geschäftspartnerin Susann ein Startup gegründet.

Der erste Blick am Morgen gilt den E-Mails, die Mittagspause wird unwichtig, und selbst an Weihnachten werden lieber Präsentationen gebastelt, als Kekse gebacken. Und in den wenigen Stunden mit Familie und Freunden geht es meistens um ein Thema: das Unternehmen. Und doch war uns eines immer sicher: ihre Unterstützung und ihr unbändiger Glaube. Überhaupt waren sie es, die uns bestärkten, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Und dann kommt das ungute Gefühl: Was hat man selbst zurückgegeben?

ARBEIT UND PRIVATES: WO IST DER UNTERSCHIED?

Eigentlich kein Wunder: Wenn man seine Leidenschaften zum Beruf macht, fühlt dieser sich nach Berufung an. Was schwierig wird: Die Balance zwischen Privatleben und Arbeit, Freizeit und Arbeitszeit. Denn die Leidenschaft für die Sache, das Ziel im Kopf, die Verantwortung gegenüber dem Unternehmen, dem Team und einem selbst, hält sich nicht an Nine to Five. Geschäftspartner werden zu Freunden, Netzwerk-Events füllen das Wochenende, E-Mails werden auch nachts geschrieben. Aber klar, dafür liegt der Sportkurs auch mal am Montagvormittag, wenn andere arbeiten. Lebensrhythmus adé.

Ein Jahr ist nun rum und ich stelle mir diese Fragen: Wo steht das Unternehmen, wo stehen wir als Gründerteam, wo stehe ich selbst? Ein Moment, an dem ich anfange, die Prioritäten einmal neu zu sortieren.

Wer glücklich werden will, und was wäre sonst das Ziel des Lebens, muss sich selbst treu bleiben und seinen Leidenschaften folgen. Und dazu gehören für mich neben der beruflichen Erfüllung unbedingt auch die Zeit mit Freunden, Familie und für mich. All das macht das Glück perfekt. Lässt mich Energie tanken – weit über Erfolg und Misserfolg hinaus.

ICH BIN WIEDER HIER

Doch wie holt man sich das Glück zurück ins Leben, wenn man monatelang von der Mattscheibe verschwunden war, Freunde sich nicht mehr spontan gemeldet und die Zuverlässigkeit angezweifelt haben. Ich habe einen Entschluss gefasst und meinen Freunden gesagt: Ich bin wieder da.

Ein besonderer Moment mit meiner langjährigen Freundin Thuy und vielen unserer Freunde hat mir dabei geholfen, umzudenken: Ich habe mich einfach fallen lassen, alle Verantwortung bei Seite geschoben, das hier und jetzt genossen – als uns der Wind durch die Haare wehte, wurde einmal mehr klar: Freiheit, Freundschaft – als das kann und muss auch neben dem Job gehen.

Die Erkenntnis: Ein Tag frei bringt kein Startup, keine Karriere zum Einsturz. Im Gegenteil: Denn ein Tag fernab des Schreibtischs mobilisiert ganz ungeahnte Kräfte und entfacht die Freude auf den Job neu.

FREUNDE SIND GUT FÜR DAS GESCHÄFT

Die Freiheit, die ich mir nehme, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, löst so oft Knoten im Kopf, macht schwere Augenblicke mit schönen Momenten wieder leichter und lässt mich spüren, dass ich am richtigen Ort bin.

Ein Hoch auf die Freunde – unser größtes Glück. Weil sie Kraft geben, Trost spenden, einen nehmen, wie man ist und uns magische Momente schenken. Deshalb ist Freundeszeit immer ein gutes Investment. Auch ins Geschäft. Und wenn ich drohe, dies doch noch einmal zu vergessen, reicht ein Blick auf meinen #kodakmoment mit Thuy.

Nora Vanessa Wohlert

Nora Vanessa Wohlert

Gründerin des Online-Mediums EDITION F

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