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Einblicke einer Reisebloggerin und Fotografin: „Kleine Augenblicke und große Momente“

24. Juli 2015 — by Nina3

AllgemeinStories

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Einblicke einer Reisebloggerin und Fotografin: „Kleine Augenblicke und große Momente“

Seit mehreren Jahren ist Nina beruflicher Reisejunkie und tourt um die ganze Welt. Auf ihrem Blog smaracuja.de begeistert sie mit ihren Geschichte ihre Leser. Uns wird die Reisebloggerin in den nächsten Wochen mit Geschichten zur Streetart in Italien, dem Lake Wanaka in Neuseeland und einem Road Trip im Lake District an ihre besonderen Reisemomenten teilhaben lassen. Und heute startet sie mit:

Große Angst in kleinen Tunneln: Die Pyramiden von Gizeh

„Von der Sekunde an, in der hinter den Flugzeugfenstern Gizeh am Horizont auftauchte, fühlte ich mich, als hätte ich gerade die skurrile Welt von Stargate, Game of Thrones oder Skyfall betreten. Das unendliche Meer aus sandfarbenen Hochhäusern und mittendrin die Pyramiden von Gizeh waren so ziemlich das Verrückteste, was ich bisher gesehen habe. Ich wusste, diese Reise würde unvergesslich werden! Nach ein paar Tagen auf einem Nilkreuzfahrtschiff mit Besuchen der antiken Tempel von Luxor und Assuan, war ich unglaublich gespannt auf die Hauptstadt und die Pyramiden.

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Die wahren Dimensionen werden erst im Vergleich zu Kamel und Mensch deutlich.

Kurze Zeit später befand ich mich vor einem der berühmten sieben Weltwunder. Nachdem ich bei meiner Reise auf dem Nil schon so viel über das antike Ägypten erfahren hatte, stand ich wie angewurzelt und voller Ehrfurcht vor diesem riesigen Grabmal und konnte mich für mehrere Minuten nicht vom Fleck rühren – obwohl die Sonne schonungslos auf meine Haut brannte.

Wer weiß, ob du jemals nach Gizeh zurückkommst?

„Du musst unbedingt in die Cheops-Pyramide gehen. Wer weiß, ob du jemals nach Gizeh zurückkommst?“, sagte mir mein Guide Ahmed. Damit traf er bei mir einen Nerv.  Nur ein paar Minuten später krabbelte ich schon durch einen schmalen Pyramiden-Tunnel. Allein und ohne irgendeinen Schimmer, was mich am Ende überhaupt erwartet. Und glaubt mir, wenn ich schmal sage, meine ich schmal: Der Tunnel war nur 1 Meter hoch, 1.20 Meter breit und 39 Meter lang. Das waren die längsten 39 Meter meines Lebens! Dank fehlender Luft und der Hitze hatte ich schon auf halber Strecke das Gefühl, ich kann nicht weiter und endeckte auch noch meinen Hang zur Platzangst. Kein Wasser, kaum Licht, der modrige Geruch und die gruselige Atmosphäre ließen mein Herz nicht langsamer schlagen. Komplett fertig und verschwitzt kam ich am Ende des Tunnels in der großen Galerie an. Doch jetzt lagen weitere 46 Meter Tunnel vor mir. Ich biss die Zähne zusammen, brachte den Tunnel hinter mich und kletterte – diesmal aufrechten Ganges – die unzähligen Stufen bis in die Königskammer hoch.

Mitten in der ältesten und größten Pyramide der Welt

Im Nachhinein bin ich so froh, dass ich all meinen Mut zusammengenommen habe. Es ist mir egal, dass ich beinahe durchgedreht bin oder fast ohnmächtig wurde. Auch die zwei Tage Muskelkater später, die beweisen, dass ich vermutlich der unsportlichste Mensch auf diesem Planeten bin, machen mir nichts aus. Warum? Weil ich einfach mal mitten in der ältesten und größten Pyramide der Welt stand. In einem Grabmal, das vor 4.500 Jahren von über 14.000 Menschen gebaut wurde und schlappe sechs Millionen Tonnen wiegt. Ich stand mitten in der Königskammer und war so erleichtert und glücklich, dass mir sogar egal war, dass es darin eigentlich gar nichts zu sehen gab. Trotzdem: Ich habe eines der berühmtesten Bauwerke der Welt gesehen. Und mittendrin zu stehen ist um Längen besser, als jedes touristische „Ich-tu-mal-so-als-würde-ich-die-Sphinx-küssen“-Selfie je sein könnte. Nur die Tunnel-Touren finden in Zukunft ganz sicher ohne mich statt…“

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Klettern verboten gilt auch für Reisebloggerin Nina – die Pyramiden stehen unter dem Schutz der UNESCO. Daher darf man auch nicht in den Pyramiden fotografieren.
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Ein beeindruckendes Foto der Reisebloggerin: der überwältigende Blick auf die Stadt.

 

Die Pyramiden von Gizeh vor einer endlosen Skyline.
Die Pyramiden von Gizeh vor einer endlosen Skyline.

 

Nina

Nina

Nina Hüpen-Bestendonk ist Flummiweltmeisterin und Grafikdesignerin aus Berlin. Sie besitzt über 30 verschiedene Kameras und ist immer mit mindestens 3 davon in der Weltgeschichte unterwegs. Auf ihrem Blog Smaracuja.de teilt sie ihre Fotos und Geschichten, die dazu inspirieren, auch endlich mal wieder die Koffer zu packen und loszuziehen.

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