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Farbenlehre in der Fotografie: Ein kleines 1×1 der Farbfotografie im digitalen Zeitalter

10. November 2015 — by Janina Benz1

AllgemeinFOTOTIPPSINSPIRATION

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Heute möchte ich euch eine Einführung geben zu Farbenlehre in der Fotografie. Dieses Thema begegnet euch nicht nur in der Fotografie, sondern auch im Fernsehen, beispielsweise bei der beliebten Serie House of Cards. Deshalb will ich euch ein paar grundlegende Regeln zeigen, durch die ihr die Wirkung eurer Fotos durch Farben steigern könnt.

Vorneweg: Angeregt zu diesem Beitrag hat mich die Fernsehserie House of Cards. Vermutlich kennt ihr sie? Falls nicht – unbedingter Einschalt-Tipp! Denn aus ihr lässt sich einiges über die Wirkung von Farben lernen. House of Cards ist einer der erfolgreichsten Serien der letzten Zeit. Dass die Zuschauer ab der ersten Folge gefesselt sind, liegt nicht nur an den spannenden Stories und kontroversen Charakteren, sondern auch an der Bildästhetik. Die Serie ist durch eine besondere Farbgestaltung charakterisiert, die die Stimmung ihrer Geschichte betont. Beinah jede Szene ist durch einen blauen Vordergrund und einen gelben Hintergrund charakterisiert – eine Farbkombination, die die kalte, kalkulierende Welt des Frank Underwood perfekt beschreibt.

Auch in der Fotografie gehören Farben natürlich zu einem wesentlichen Gestaltungselement: Durch sie können wir die Aufmerksamkeit auf bestimmte Bildelemente ziehen, Stimmungen erzeugen und vor allem Emotionen wecken. In einer bunten Welt wie unserer ist es dabei gar nicht so einfach, die Wirkung der Farben auf einem Foto richtig einzufangen oder sogar gezielt einzusetzen. Deshalb ist Farbenlehre in der Fotografie ein entscheidender Faktor, um Bilder ansprechend zu gestalten.

Farbenlehre in der Fotografie des Digitalzeitalters

Im Digitalzeitalter sind die Möglichkeiten der Farbgestaltung unbegrenzt: Kontrast verändern, Sättigung anpassen, Filter anwenden – deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das macht die Sache aber auch komplizierter. Es kann daher sehr hilfreich sein, zu verstehen, wie Farben funktionieren, damit ihr mit euren Fotos die gewünschte Wirkung erzielt.

Deshalb habe ich heute einige Infos für euch zu Farbenlehre in der Fotografie und ästhetisches Farbempfinden zusammengestellt. So könnt ihr die Magie der Farben für eure Fotos nutzen! Nachdem dies ein so spannendes Thema mit vielen Aspekten ist, wird es zur Farbenlehre noch einen zweiten Post geben, in dem ich euch weitere Regeln vorstellen werde.

Regel #1: Die Temperatur der Farben

Grundsätzlich lassen sich Farben in zwei Kategorien untergliedern, deren Wirkung grundlegend unterschiedlich ist: warme und kalte Farben. Warme Farben sind Rot, Gelb, und Orange. Kalte Farben sind Blau, Grün und Violett. Warme Farben wirken einladend, freundlich und stimulierend, während kalte Farben eher beruhigend wirken. Kalte Farben lassen dein Foto klarer und schärfer erscheinen. Sie können außerdem dominante, warme Farben ausgleichen und somit Harmonie und Balance erzeugen.

Beherzigte Farbenlehre sorgt für Stimmung: Hier
Hier dominieren Gelb und Orange gegenüber den eher kalten Grün- und Blautönen.

Da in einem Bild mehrere Farben miteinander kombiniert werden, ist es wichtig zu wissen, wie diese miteinander wirken. Ändert sich das Umfeld einer Farbe, zum Beispiel in der Helligkeit, so ändern sich auch der Eindruck und die Wirkung einer Farbe.

Regel #2: Je weniger Farbkontraste, desto harmonischer und ruhiger wirkt das Foto

Analoge Farbkombinationen begegnen uns in der Natur sehr häufig. Gerade jetzt im Herbst könnt ihr bei einem Blick aus dem Fenster ein klassisches Beispiel für dieses Farbschema sehen. Analoge Farben sind diejenigen, die auf dem Farbkreis nebeneinander liegen. Wenn ihr auf eurem Foto die gleiche Farbfamilie verwendet, wird der Kontrast verringert und das Bild wirkt sehr harmonisch und angenehm für den Betrachter.

Die Farben im Vordergrund liegen hier nah nebeneinander.
Die Farben im Vordergrund liegen hier nah nebeneinander.

Regel #3: Je stärker der Kontrast ist, desto stärker springen die Farben dem Betrachter ins Auge

Komplementärfarben sind diejenigen Farben, die auf dem Farbkreis direkt gegenüber angeordnet sind, wie zum Beispiel Gelb und Blau oder Rot und Grün. Sie sorgen für starken Kontrast und geben den Farben Lebendigkeit und Intensität. Dabei ist es durchaus wichtig auf die Komposition der Bildelemente zu achten. Warme Farben sind dominant, während kalte Farben eher zurückhaltend wirken. Bei komplementären Farben solltet ihr die kühle Farbe als Hintergrund verwenden, und das dominante Bildelement in den Vordergrund rücken.

Der Farbkontrast hebt die Christbaumkugel hervor
Der Farbkontrast hebt die Christbaumkugel hervor

Regel #4: Der Hell-Dunkel-Kontrast

Werden Farben verschiedener Helligkeit in einem Bild kombiniert, so entsteht Räumlichkeit. Hellere Bereiche wirken dabei immer weiter entfernt als dunklere. Da der Blick stets vom Hellen angezogen wird, sollte dort das zentrale Element des Fotos platziert sein.

Regel #5: Qualitätskontrast durch Farbsättigung

Die Sättigung beschreibt die Intensität bzw. Kräftigkeit einer Farbe. Stark gesättigte Farben wirken hell, fröhlich, laut und spannend, während Farben mit geringer Sättigung in den Hintergrund treten und verträumt und weich wirken. Es gibt keine richtige oder falsche Antwort auf die Frage, wie stark die Farben gesättigt sein sollen, sondern dies hängt von eurem individuellen Geschmack ab. Eins ist jedoch zu beachten: eine zu starke Sättigung lässt Details der Aufnahme verschwinden.

dominieren Gelb und Orange gegenüber den eher kalten Grün- und Blautönen.

Oben satt, unten weniger satt: Die Farbsättigung macht einen großen Unterschied
Oben satt, unten weniger satt: Die Farbsättigung macht einen großen Unterschied

Dies sind die ersten Regeln unserer Farbenlehre in der Fotografie für heute. Wie wäre es, wenn ihr diese gleich einmal in der Praxis ausprobiert? Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure schönsten Fotos zu den einzelnen Regeln zusendet!

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Janina Benz

Janina Benz

Janina Benz ist seit 2014 Digital Marketing Manager des Geschäftsbereichs Imaging Consumer bei Kodak Alaris. In dieser Funktion verantwortet sie die Themen Firmen-Website, Apps, Social Media und Influencer Relations.

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