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Interview mit Calvin Hollywood: seine besten Tipps zur Smartphone-Fotografie

5. Februar 2016 — by Janina Benz0

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Vor kurzem hat euch der Fotokünstler und Digital Artist Calvin Hollywood bereits im Interview erzählt, wie er Smartphones auf Reisen und bei seinen Projekten nutzt und was er von Bildbearbeitung und Apps hält. Und weil es so schön war, gibt es heute den zweiten Teil des Interviews: Calvin Hollywood verrät euch seine besten Fotografier-Tipps fürs Smartphone. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

Falls ihr den ersten Teil des Interviews mit Calvin Hollywood verpasst habt, könnt ihr hier Calvins Erzählungen zu seinen Projekten und seine Tipps zur Bildbearbeitung nachlesen. Heute verrät er uns seine besten Foto-Tipps:

Was sind deine Tipps für Smartphone-Fotografen, wie sie ihr Motiv gut in Szene setzen können?

Man sollte beim Fotografieren mehr auf das Licht und den Bildaufbau achten. Hobby-Fotografen halten oftmals einfach drauf. Ich würde empfehlen, dass man eher ein diffuses, weiches Licht wählt. Vielleicht im Halbschatten, eventuell sogar ein gleichmäßiges Licht, so dass flächig ausgeleuchtet wird. Wenn man sich zum Beispiel ein paar Zentimeter nach rechts dreht, sieht das Bild gleich komplett anders aus.

Licht und Bildaufbau sorgen für einen Wow-Effekt © Calvin Hollywood
Licht und Bildaufbau sorgen für einen Wow-Effekt © Calvin Hollywood

Was den Bildaufbau angeht, da gibt es ja auch in der Kunst nicht umsonst die Drittel-Regel oder den „Goldenen Schnitt“. Das wichtigste Element im Bild ist bei einem Mensch das Gesicht. Das sollte immer ins Drittel gerückt sein. Beim Hochformat also ins obere Drittel, beim Querformat ins rechte Drittel. Da wird aus einem Bild, das sonst eher nach Passbild aussieht, ganz schnell ein vernünftiges Portrait.

Ein Bild sollte im Aufbau gut komponiert sein. © Calvin Hollywood
Ein Bild sollte im Aufbau gut komponiert sein. © Calvin Hollywood

Zum Thema „Goldener Schnitt“: Es gab ja vor kurzem einen großen Hype um ein um ein Bild, das in Manchester aufgenommen wurde. Ein Bild einer Straßenszene mit Betrunkenen, welches bei Twitter für seine Bildkomposition viel Lob bekam.

Ein Hobbyfotograf der so etwas sieht, versteht das vielleicht nicht gleich. Aber das hat etwas mit unserem Unterbewusstsein zu tun. Die Bilder haben dann durch die Gestaltung einfach eine intensivere Wirkung auf uns. Natürlich kann man diese Regeln aber auch brechen. Picasso hat ja mal gesagt: „Lerne die Regeln wie ein Profi, breche sie wie ein Künstler“. Man sollte wissen, was ein „Goldener Schnitt“ ist, aber man muss es nicht immer einhalten und kann auch gerne mal dagegen verstoßen.

Gibt es eine ganz spezielle und besondere Ästhetik im Bereich Smartphone-Fotografie?

Apps machen die Bilder spezieller: Gerade Instagram ist damit bekannt geworden, weil die Filter ein langweiliges Bild plötzlich aufregend machen können. Ich glaube aber nicht, dass die Smartphone-Fotografie einen eigenen Stil mit sich bringt. Es ist eher die Schnelligkeit. Menschen befinden sich oft in Situationen, wo einfach keine vernünftige Kamera zur Hand ist. Deshalb glaube ich, dass man mit dem Telefon einfach besser Momente einfangen kann. Momente und Situationen, in denen man einfach keine Spiegelreflex-Kamera dabei hat.

Smartphone-Fotografie ist also besonders authentisch?

Man gerät gerade im Urlaub oft in Situationen, in denen man schnell das Handy rausholt und einfach abdrückt. Es gibt auch jede Menge Street- oder Reportage-Fotografen, die haben auch nicht immer ihre Kamera dabei oder das richtige Objektiv. Da ist so ein Handy schon klar von Vorteil.

Alles kann ein besonderer Foto-Moment sein! © Calvin Hollywood
Alles kann ein besonderer Foto-Moment sein! © Calvin Hollywood

Hast du ein Tipp zur Foto-Aufbewahrung?

Ein wichtiger Tipp ist das Anlegen einer klaren Ordnerstruktur. Zum Beispiel aufgeteilt in Selfies, Familie, Landschaften…So behält man eine Struktur. Dann macht es auch richtig Spaß, sich die Fotos nochmal anzuschauen. Ich finde es wirklich schade, wenn man viele tolle Erinnerungen festhält, sie dann aber nie wieder anschaut, weil man sie nicht mehr findet.

Besondere Fotos sollte man gut archivieren. © Calvin Hollywood
Besondere Fotos sollte man gut archivieren. © Calvin Hollywood

Was waren 2015 deine Lieblings-Smartphone-Bilder?

Ich finde Bilder gut, wenn eine Story darin steckt. Auf dem Handy hab ich meistens Selfies von mir, meinen Kindern oder meiner Familie. Eigentlich sind das meine Lieblingsbilder. Und ich habe schon so viele Vorträge auf Messen und Events gesehen, von Menschen die nur mit dem iPhone fotografieren. Die machen so gute Bilder, da gibt es sogar Bildbände darüber. Da kann man schon tolle Sachen machen! Daher bin ich auch ein sehr großer Fan von Smartphone-Fotografie im Hobby-Bereich.

Was wird deiner Meinung nach der Fototrend 2016?

Im fotografischen Bereich denke ich, dass die Beliebtheit der Smartphone-Fotografie auf jeden Fall stabil bleibt, vielleicht auch noch wachsen wird. Die Auflösungen am Smartphone werden noch größer und die Möglichkeiten noch besser. Da wird sich bis Ende des Jahres einiges tun, was man sich derzeit noch gar nicht vorstellen kann. Und ich glaube, dass das Smartphone immer mehr Fotografie-Möglichkeiten bekommt und die Funktionen ausgebaut werden.

Abgesehen davon glaube ich, dass die Video- und Live-Stream-Funktionen populärer werden. Live-Stream ist ja gerade auch im Business Bereich sehr entscheidend. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Videos an sich mehr zum Trend werden.

 

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Janina Benz

Janina Benz

Janina Benz ist seit 2014 Digital Marketing Manager des Geschäftsbereichs Imaging Consumer bei Kodak Alaris. In dieser Funktion verantwortet sie die Themen Firmen-Website, Apps, Social Media und Influencer Relations.

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