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Tipps Datenschutz bei Messenger Apps: Facebook, WhatsApp, Telegram oder Threema – Welcher Dienst schützt private Nachrichten und Bilder?

1. Dezember 2017 — by Janina Benz0

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„Früher war alles besser!“ – zumindest der Datenschutz beim Versenden von privaten Nachrichten oder Bildern. Denn SMS und Telefonanrufe sind durch das Telekommunikationsgesetz geschützt. Eure Inhalte, die ihr hingegen über Messenger Apps versendet, unterliegen verschiedenen Geschäftsbedingungen (AGB). Doch zum Ärger der User ist der schwammige Datenschutz meist nicht verständlich. Was hinter den AGB steckt und wer tatsächlich eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet:

#1 Tipp Datenschutz bei Messenger Apps: Facebook Messenger als Datenkrake

Mit Freunden auf der ganzen Welt in Kontakt bleiben! Das ermöglicht euch der Messanger Dienst von Facebook. Doch wer regelmäßig Updates für Messenger Apps durchführt, dem ist aufgefallen: Ich kann meine Nachrichten nicht mehr in der Facebook App ansehen und beantworten, sondern nur noch im Facebook Messenger.

Dort bleiben eure Privatnachrichten aber nicht privat! Weil der Unternehmenssitz in den USA liegt, gilt für alle Facebook User das amerikanische Datenschutzgesetz. Außerdem kommuniziert ihr im Facebook Messenger nicht automatisch über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Diese soll erst aktiviert werden, wenn ihr im Chat oben rechts auf das Informationssymbol klickt und „Zur geheimen Unterhaltung“ wechselt. Das Chatfenster verändert dabei seine Farbe von blau zu schwarz. Erst mit diesem Schritt sollen eure Nachrichten und Bilder einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterliegen. Allerdings ist die „Geheime Unterhaltung“ für Gruppenchats, Sprach- oder Videoanrufe nicht verfügbar.

Dafür hat der Facebook Messenger unter der Funktion „Geheime Unterhaltung“ einen Abklatsch von Snapchat eingeführt: Ihr könnt eine Zeitspanne festlegen, die bestimmt, wann eure Nachricht gelöscht wird. Somit verschwindet diese auch für den Empfänger. Verrückt, oder?

#2 Tipp Datenschutz bei Messenger Apps: Der Schein von WhatsApp trügt

Seit 2014 gehört WhatsApp zu Facebook. So tauscht der Messenger Dienst regelmäßig Daten mit Facebook aus, wie beispielsweise Rufnummern oder Metadaten. Da eure privaten Nachrichten und Bilder jedoch einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterliegen, sollen weder WhatsApp noch Facebook sie lesen können. Letztes Jahr wurden die Nutzungsbedingungen allerdings aktualisiert. Wer das Häkchen zu diesem Zeitpunkt unter den Nutzungsbedingungen nicht entfernte, hat zugestimmt, dass Facebook die WhatsApp-Daten zur Personalisierung von Werbung nutzen darf.

#3 Tipp Datenschutz bei Messenger Apps: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Telegram versteckt

Die Messenger App Telegram soll besseren Datenschutz bieten und gilt damit als Alternative zu WhatsApp. Doch stimmt das? Merkwürdig ist, dass die Verbraucherzentrale weder Server noch Firmensitz von Telegram ausfindig machen kann. So werden versendete Inhalte durchaus irgendwo auf Servern gespeichert. Laut Telegram umgeht ihr die Speicherung, in dem ihr in der Menüleiste einen geheimen Chat auswählt, ähnlich wie beim Facebook Messenger. Im geheimen Chat sollen keine Daten weitergeleitet und Nachrichten sowie Bilder bei Abmeldung automatisch gelöscht werden.

Ist die Nachricht einmal gesendet, gibt es kein Zurück mehr? Das gilt nicht für Telegram-Nachrichten. Diese könnt ihr nach dem Versenden noch Löschen, sodass sie auch der Empfänger nicht lesen kann.

#4 Tipp Datenschutz bei Messenger Apps: Threema unterliegt europäischem Datenschutzrecht

Last, but not least: Threema. Die Messenger App kostet zwar aktuell 3,49 €, gilt dafür aber als sicher. Anders als Telegram, legt Threema offen, dass sich Firmensitz und Server in der Schweiz befinden. Somit unterliegen eure Daten tatsächlich dem europäischen Datenschutzrecht! Bei der Anmeldung erhaltet ihr eine ID und könnt die App ohne Angabe eurer Mobilnummer oder E-Mail-Adresse nutzen. Um eure Freunde zu finden, erhält Threema euer Adressbuch anonymisiert und verspricht, dieses zu keinem Zeitpunkt auf einen weiteren Datenträger zu überschreiben. Eure verschlüsselten Nachrichten und Bilder aus den privaten Chats werden außerdem nach der Zustellung von den Servern gelöscht. Einziger Haken: Video-Chats und Anrufe sind über Threema derzeit noch nicht möglich.

Welcher Messenger App ihr künftig eure privaten Nachrichten und Bilder anvertraut, liegt jetzt an euch.

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Janina Benz

Janina Benz

Janina Benz ist seit 2014 Digital Marketing Manager des Geschäftsbereichs Imaging Consumer bei Kodak Alaris. In dieser Funktion verantwortet sie die Themen Firmen-Website, Apps, Social Media und Influencer Relations.

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